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Meine Lebensgeschichte

01.05.2020 16:35

Ilahis Erzählungen aus seinem Leben

Mein Name ist Ilahi. Ich bin in Süd-Nepal geboren, genauso wie mein Vater und Großvater, ursprünglich sind wir aus Indien. Ich bin mit fünf Schwestern und drei Brüdern in einem kleinen Zimmer aufgewachsen.  Ich habe nur drei Jahre die muslimische Schule besucht. Ich kann leider nicht richtig lesen und schreiben.

Mit 12 Jahren habe ich mein geliebtes Dorf verlassen müssen, um Arbeit in Kathmandu zu suchen. Im ersten Jahr habe ich in einem Laden von einem Verwandten gearbeitet, dort wurden Glasarmreifen (Chura) verkauft. Leider wurde der Laden geschlossen und ich musste mir einen neuen Job suchen, um in Kathmandu überleben zu können. Meine zweite Arbeit habe ich mit 13 angefangen, bei einem Viehhändler, das war sehr hart. Ich musste auf das Vieh aufpassen, ihnen Essen geben und die Tiere zur Schlachterei bringen. Über Nacht musste ich im Stall schlafen. Ich erinnere mich noch, dass es im Winter bitter kalt war.

Später bin ich durch eine Bekannte in einer Fabrik gelandet und habe dort angefangen Nähen zu lernen. Am Anfang habe ich 300 Rupien (ca. 2,00€) im Monat verdient.

Ich bin Muslim und in unserer Tradition in Nepal ist es normal, dass wir schon als Kinder versprochen werden. Heute hat sich das Gott sei Dank ein bisschen verändert. Mit 16 zwang mein Vater mich, dass ich heiraten muss. Meine Braut war gerade erst 15 geworden. Nun musste ich mit dem wenigen Geld, dass ich verdiente auch noch meine Frau ernähren.

Nun bin ich 39 Jahre alt und seit 23 Jahren verheiratet. Ich habe zwei Söhne und drei Töchter. Seit acht Jahren arbeite ich bei Nepalaya. Mit meinem Gehalt kann ich eine siebenköpfige Familie gut ernähren und unterhalten. Meine fünf Kinder gehen alle zur Schule.

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Kindheitserinnerung von unserem Mitarbeiter Shree Raj Nepali

Meine ganze Kindheit über habe ich jeden Morgen meinen Vater zur Arbeit begleitet. Ich habe seine Nähmaschine und seine Tasche getragen, wenn er die Dorfbewohner zu Hause besuchte. Ich erinnere mich, dass ich immer die Knöpfe und Nadeln sorgfältig sortiert habe.
Die Dorfbewohner gaben uns eine Matte vorm Haus zum Sitzen. Während mein Vater Blusen, Hosen und gelegentliche Kissen nähte, habe ich zugeschaut.

Vor jedem Haus ermahnte mich mein Vater, kein Wort zu sagen, ich sollte nur still sitzen und ihm seine Nadeln und Knöpfe reichen.

Immer bekamen wir was zu essen von den Hausbewohnern. Ich musste danach immer gründlich die Teller säubern und abtrocknen, denn da wir Unberührbare waren, hätten die Dorfbewohner sie sonst nicht mehr angefasst. Mein Vater verbat mir, dass ich die Häuser betrete oder mit irgendjemand spreche, das war uns „Unreinen“ verboten. Mir war früh klar, was es heißt, zur Kaste der Unberührbaren zu gehören. Wir waren schrecklich arm und einsam.  
Ich gehorchte meinem Vater immer, trotzdem versuchte ich manchmal in die Häuser zu schauen. Ich beneidete die Dorfbewohner um ihre einfachen Töpfe und Teller. Wir besaßen kaum was zuhause, manchmal bekamen wir etwas Weizen, Mais oder Reis als Entlohnung. Ich war froh, an der Seite meines Vaters zu sein. Jeden Abend putze ich seine Nähmaschine und überprüfte, ob alles da ist für den nächsten Tag.

Über die Jahre lernte ich immer mehr von meinem Vater. Heute bin ich sehr froh, dass er mir das Nähen beigebracht hat. Von Jahr zu Jahr ging es mir besser.

Ich hatte Glück.  

Jetzt arbeite ich seit Vier Jahren für  Nepalaya Craft in Kathmandu und werde nicht mehr wie ein Aussätziger behandelt und habe ein gutes und freies Leben

 

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